Rosarium

Wissenswertes

Warum 150 Ave Maria?

Der Marienpsalter

Anonymous Parisian illuminator, Psalter der Blanka von Kastilien: Beatus vir (Psalm 1)
Anonymous Parisian illuminator · Psalter der Blanka von Kastilien: Beatus vir (Psalm 1), c. 1200–1230 · Bibliothèque de l'Arsenal, Paris (Ms. 1186) · Public domain

Die Zahl 150 erinnert an das Buch der Psalmen. Wie die Mönche die 150 Psalmen beteten, so beteten Laien 150 Ave Maria als ‚Psalter der seligen Jungfrau Maria‘. Der Psalter war traditionell in drei Fünfzigergruppen geteilt, und ebenso der Rosenkranz: die freudenreichen, die schmerzhaften und die glorreichen Geheimnisse, jede Reihe mit fünf Gesätzen. Im Deutschen heißt eine solche Reihe bis heute selbst ‚Rosenkranz‘: Man betet ‚den freudenreichen‘ oder ‚den glorreichen Rosenkranz‘.

Eugenio Hansen, OFS, Franziskanerkrone (Seraphischer Rosenkranz) mit sieben Gesätzen
Eugenio Hansen, OFS · Franziskanerkrone (Seraphischer Rosenkranz) mit sieben Gesätzen, c. 2010 · Fotografie · CC BY-SA 3.0

Eine einzelne Fünfzigerreihe hieß ‚Kranz‘ oder, im Altfranzösischen, chapelet, ein kleiner Kopfkranz. Die zehn Ave Maria zwischen zwei Vaterunser bilden ein ‚Gesätz‘. Als der heilige Johannes Paul II. 2002 die lichtreichen Geheimnisse hinzufügte, wuchs der vollständige Rosenkranz auf zwanzig Gesätze und zweihundert Ave Maria. Er selbst merkte an, dass die überlieferte Zahl von den 150 Psalmen herkam, urteilte aber, dass die neuen Geheimnisse seinen Charakter als Evangeliumsgebet vertiefen würden, ohne seine wesentliche Form zu verändern.

Quellen

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